Plagiate? Nicht mit uns!
 

Eine (Medien-)Welt, in der alles schon mal dagewesen ist, stellt sehr hohe Ansprüche an Text-Qualitäten wie Originalität, Kreativität und Phantasie. Plagiate Ein guter Teil der im Internet (und nicht nur dort) verfügbaren Texte löst diese Qualitätsversprechen nicht ein, sondern bedient sich ungeniert bei greifbaren Texten, kompiliert und plagiiert hemmungslos alles, was sich auf den Bildschirm verirrt. Was in Universitäten als simpler Klau von Referaten und wissenschaftlichen Texten begann, hat mittlerweile alle Arten von Text – auch Werbetext, Anzeigentexte, Katalogtexte, vor allem aber Webcontent – erreicht.

Von der Verlockung und der Gefahr durch Plagiate sind in besonderem Maße Journalisten und Werbetexter betroffen. Die SEO, die Suchmaschinenoptimierung von Webseiten, hat eine veritable Lawine von Nachfragen nach Content, nach Texten zu unterschiedlichsten Themen, ins Rollen gebracht. Daß diese Nachfrage längst nicht immer mit Original-Texten beantwortet wird, versteht sich im Zeitalter von COPY + PASTE leider von selbst.

Mehr noch: Das Zusammengoogeln und Aneinanderreihen von Textfundstellen aus dem Internet gilt zunehmend als legitime Arbeitsmethode. Die „Zeit“ zitiert die britische Medienwissenschaftlerin Tara Brabazon mit den Worten: „Researching is beeing replaced by searching“*, zu Deutsch etwa: Suchen ersetzt Forschen. Und: kopieren ersetzt kreieren – könnte man fortsetzen. Ein bedauernswerter Trend. Ergebnis solchen Text-Samplings sind die immergleichen Texte, zusammengestellt aus den immergleichen Vokabular-Versatzstücken, gefolgt von der immergleichen gähnenden Langeweile. Mit frischem, kreativem Text hat das gar nichts zu tun.


Plagiate – so alt wie Methusalem

Neu sind Plagiate nicht, auch sind sie nicht erst durch die Nutzung des Internets entstanden. Wahrscheinlich kennen Sie dieses Gedicht:

Über allen Gipfeln
Ist Ruh,
In allen Wipfeln
Spürest du
Kaum einen Hauch;
Die Vöglein schweigen im Walde.
Warte nur, balde
Ruhest du auch.

Das ist eines der bekanntesten Gedichte von Johann Wolfgang Goethe. Es heißt „Ein Gleiches“ (eigentlich „Wandrers Nachtlied“) und stammt mit größter Wahrscheinlichkeit aus dem Jahr 1780.

Sicherlich kennen Sie dieses Gedicht nicht:

Unter allen Wipfeln ist Ruh;
in allen Zweigen hörest du
keinen Laut,
die Vöglein schlafen im Walde:
warte nur, warte nur, balde, balde,
schläfst auch du!

Erstaunliche Äquivalenzen? Das ist ein Gedicht von Johann Daniel Falk, eine Nachdichtung auf „Wandrers Nachtlied“ aus dem Jahr 1817. (Zu Unrecht hatte man Goethe unterstellt, Falks Gedicht plagiiert zu haben).
Und noch eines:

Unter allen Zweigen ist Ruh,
In allen Wipfeln hörest du
Keinen Laut.
Die Vögelein schlafen im Walde,
Warte nur, balde
Schläfest auch du.

Nein, dies ist kein Plagiat, sondern eine polemisch gemeinte Persiflage. Sie stammt von Heinrich von Kleist, und man vermutet die Entstehung des Gedichts zwischen 1805 und 1808. Beiden Nachdichtungen ist gemeinsam, daß sie das ursprüngliche Gedicht als Vorlage heranziehen und dieser eine Bearbeitung angedeihen lassen; eine Mühe, die sich der notorische Textklau im Internet schon nicht mehr macht. Hier bleibt es meist bei einer „unbefugten Verwertung unter Anmaßung der Autorschaft“ ohne Eingriff in den Text. Kurz: ohne Eigenleistung. Aber Sie sehen: Die Grenzen zwischen Plagiat, Persiflage, Nach-Dichtung, Kopie und Eigenkreation sind fadendünn.


„kreative Medienaneignung“

Plagiate sind keine Erscheinung des Medienzeitalters, das massenhafte Aufkommen von plagiiertem Text hingegen ist eine direkte Folge des Internets und seiner algorithmischen Struktur. Daß Plagiieren mittlerweile, wie der Plagiatsforscher Stefan Weber kritisiert, als „kreative Medienaneignung“ firmiert, halten wir für eine falsche und fahrlässige Entwicklung, denn

  1. geistiges Eigentum verdient Schutz und
  2. Kunden zahlen nicht für Text-Sampling, sondern für neuen und einmaligen Text bzw. Content.

Die Textkanzlei steht für sauber recherchierten und exklusiv erstellten Text. Unsere Arbeiten – sowohl Texte als auch Layouts – sind urheberrechtlich geschützt. Content- und Textdieben raten wir daher: Strengen Sie Ihr eigenes Hirn an, wenn Sie gute Texte schreiben wollen oder beauftragen Sie uns lieber gleich! Aber sehen Sie unbedingt davon ab, Texte der Textkanzlei zu kopieren und zu vervielfältigen. Gegen Plagiate unserer Arbeiten gehen wir vor.


*(Zeit Internet Special, Nr. 19, April 2008, Gott: 46 Millionen Treffer von Burkhard Straßmann, S. 7)

Die Textkanzlei


Die Textkanzlei © 2008 | Impressum | Kontakt | Startseite | Sitemap | Hoch